Juni 2015

Mai 2015

30. Mai

Am 30. Mai ist der Weltuntergang ...,

aber nicht für mich.

Heute war ich in St. Andreasberg beim 7. Braunlager Naturheilkunde Tag. Ich war erstaunt über die vielen Interessenten, die schon vor der Öffnung mit mir vor der Tür standen. Punkt 11 Uhr diese auf.

Eine sehr gut organisierte und informative Veranstaltung erwartete uns. Mein Mann war als Nichtinteressent mein Begleiter und hörte sich tapfer die mich interessierenden Vorträge mit an.

Gleich zu Anfang traf ich auf einen Hypnosetherapeuten. Endlich. Endlich jemand, der hoffentlich Hypnose ohne WENN UND ABER durchführen wird.

Übermorgen darf ich schon bei ihm auf der Liege liegen. Und wieder bin ich so gutgläubig wie beim Pfarrer und beim Psychotherapeuten, dass mein Unterbewusstsein nun endlich dazu gebracht wird, dass ich in der Lage bin, mich zu heilen. Ich will es !!!

Auch eine sehr kompetente Naturheilkundlerin durfte ich kennenlernen. Ich bin so euphorisch, dass ich momentan den Tumor kaum spüre.

26. Mai

Heute war ich zur Kontrastmittel-Sonografie. Wie zu erwarten, war ein Tumor an der Leber zu sehen. Irgendetwas war daran so selten, dass der Arzt ich fragte, ob er seine Kollegen rufen dürfe.
Der Tumor ist 4 x 4,5 cm groß. Der letzte Tumor war 5 x 6 cm groß, vor der Chemo natürlich.
Leider hat sich der untersuchende Arzt nur auf die Leber konzentriert. Nieren, Unterleib, Darm hat er nicht geschallt, obwohl davon auszugehen ist, dass dort auch Metastasen sein könnten. Der Arzt sprach noch von Leberpunktion (das hatten wir ja lange nicht). »Das können sie abhaken«, gab ich nur zum Besten und er verstand gar nicht warum und wollte mir erklären, warum das gemacht werden soll. Ich antwortete: »Das weiß ich alles und trotzdem bei mir NICHT!«
Vor der Chemo will ich noch mal ein paar Tage an die Ostsee. Die Oberärztin ist diese Woche noch im Urlaub. Da bin ich nicht böse drüber, so habe ich den Rest der Woche noch Ruhe.

15. Mai

Ich wollte mir heute einen Arzttermin für nächste Woche geben lassen. Die Leber schmerzt bei jeder Bewegung. Es sind keine Schmerzen, die man nicht aushalten könnte, aber sie erinnern mich immer wieder daran, dass da ein Gewächs sein könnte. Ich kann den Krebs nicht mehr wegsuggerieren.
Da mein Gynäkologe nächste Woche Urlaub hat, fragte mich die nette Schwester, ob ich nicht heute noch kommen könne?
So war ich nun zum Gespräch und auch zur Bestimmung des Tumormarkers. »Wenn er unter 100 ist, können wir zufrieden sein«, meinte der Gynäkologe. »Ich will das aber gar nicht!«, entgegnete ich und darauf stellte er in die Akte schauend fest: »Ihnen geht es doch schon acht Wochen gut. Was wollen Sie denn?«
Übermorgen ist Himmelfahrt, so werde ich erst in drei Tagen das Ergebnis erfahren.

12. Mai

Der Tumormarker liegt bei 340.

Ich bin nicht überrascht, nur traurig über die Höhe des Wertes. Seit ich den Wert kenne, habe ich auch noch Unterleibsschmerzen die bis in die Nierengegend ziehen.

06. Mai

Mein Frühstück bestand heute aus Mandeln, Chia, Hanfsamen, Flohsamen, Schwarzkümmelöl und Zitronenwasser.

Der Druck auf meiner Leber ist immer häufiger und heftiger zu spüren.

April 2015

23. April

Nun ist auch noch Sport mit in das Antikrebsprogramm aufgenommen worden. Ich hasse Sport, deshalb hatte ich mir auch QiGong ausgesucht, das ist wirklich sehr entspannend. Nun fahre ich drei mal in der Woche mit dem Rad, irgendwo zwischen 10 und 20 Kilometer. Je nach Wetter und Wind.

20. April

Heute war ich zu meinem allmonatlichen psychotherapeutischen Gespräch. Eigentlich habe ich diesen Besuch einmal begonnen, weil ich mich hypnotisieren lassen wollte. Der Therapeut sollte meine Selbstheilungskräfte aktivieren.
Es blieb aber bis heute bei Gesprächen, die mir auch sehr gut tun. Meine Stimmung ist momentan so sehr im Keller, dass selbst der Therapeut mich erstmals bereits in 14 Tagen wieder bestellt hat.
Im Anschluss war ich bei der Oberärztin im Krankenhaus. Sie wollte sofort den Tumormarker bestimmen, aber ich habe um Aufschub gebeten. Sie hat 14 Tage Abwarten eingewilligt. Ich wollte von ihr wissen, welche zeitliche Rhythmen der Untersuchungen normal sind, darauf antwortete sie: »Es gibt keine anderen Patienten, die solche lange Pausen zwischendurch haben und deshalb habe ich auch keine Erfahrungen dahin gehend.«
Das spornt mich natürlich an.
Nun bekomme ich auch noch Zahnschmerzen, ich habe keinen Zahnarzt mehr. Meine Zahnärztin ist an Krebs gestorben.

März 2015

25. März: "Kotzer" Bericht

Ich war heute beim Arzt, weil direkt unter der Narbe, also unter der Haut, ein kleines sehr hartes Teil fühlbar ist. Ich tippe auf eine Klammer, die eingewachsen sein könnte. Sie stört zwar nicht, ist aber bei manchen Bewegungen spürbar. Der Doc hingegen meint, dass es ein zusammengeknoteter Faden ist, der sich noch auflösen muss. Es sei kein Metall, eher etwas Weiches. Plastik oder so. Das müsse man beobachten und dann wäre es ja nur ein kleiner Schnitt.

Sollte es zum Schnitt kommen müssen, nehme ich mir ERSTMALS einen Anwalt ...
Beim Herausgehen aus der Praxis wünschten mir alle noch einen schönen Tag, das fand ich eher makaber.

23. März: Der Schweinehund ist für heute besiegt

Obwohl sich heute der Schweinehund auf meiner Motivation breit gemacht hat, gehe ich erstmals nach der OP wieder zum QiGong.

02. März: Klammern ziehen

Ganz unspektakulär bin ich heute die restlichen 15 Klammern aus dem Bauch losgeworden. Nun muss die Narbe bloß zu bleiben und nicht wieder aufplatzen, wie das letzte Mal.

Februar 2015

27. Februar: Entlassung erbettelt

4 Uhr war der Befund noch nicht da. Ich döste etwas.
6,30 Uhr kam von der Frühschicht Entwarnung. Seitdem geht es mir wieder etwas besser.
Bei der Visite streckte ich auf die Frage, wie es mir ginge, beide Daumen in die Luft. Hätte ich 2468 Daumen gehabt, hatte ich 2468 Daumen gehoben, nur um hier wegzukommen.
Morgen werde ich entlassen. JUHU !

26. Februar: Neuzugang

Januar 2015

28. Januar

Als ich wegen der Darmprobleme im Krankenhaus war - die ich in diesem Jahr schon wieder 2-mal hatte, allerdings ohne Krankenhausaufenthalt, man hat mich bei der Entlassung mit diversen Mittelchen versorgt - empfahl man mir auch eine Darmspiegelung. Ich dachte, mit der Krankenhausentlassung ist das vergessen. Aber »leider« hat es die Oberärztin nicht vergessen und sich um diesen Termin gekümmert. Nächsten Dienstag ist der Termin schon. Im Vorfeld wurde mir dafür Blut abgenommen und dabei gleich noch mal der Tumormarker bestimmt. Dieser lag bei 17. Ein medizinisches Wunder.
Aufgrund meines zickenden Darmes (das ist für mich der Hauptgrund), der »verschwundenen« Metastasen und des guten Blutwertes machen »wir« vorerst keine weitere Chemo. Das ist natürlich sehr in meinem Sinne. Ich bin vor Freude durch die Wohnung gehüpft.
Ich fühl mich gut, esse jetzt leider all das was nicht sein soll, aber nur wegen der Darmspiegelung; habe auch ganz kurz überlegt, im Anschluss gleich zu fasten, aber das dann doch wieder verworfen, weil ich nicht weiter abnehmen möchte. Und das bleibt beim Fasten ja nicht aus.

07. Janauar

Ich habe jetzt meinen Schweinehund aufs Sofa gesetzt und treibe Sport. Ich gehe auf den Stepper und bekämpfe mental und körperlich den Krebs ... Sehr lustvoll bin ich nicht. Das "sehr" könnte ich auch weglassen. Lustvoll bin ich nicht, aber wenn ich dann fertig bin, bin ich wieder etwas Stolz auf mich.

06. Januar

Ich aß Neujahr vermutlich zu viele Nüsse. Am 2. streikte mein Darm so sehr ... naja, dass ich schon wieder in Gedanken die Sachen für das Krankenhaus gepackt habe. Aber ich hatte ja bei der letzten Entlassung 2 Einlaufzäpfchen und massig Abführmittel mitbekommen. Ich tat also das, was sie im Krankenhaus auch erst einmal gemacht hätten. Am 2. wirkte das Zäpfchen "halbwegs" es kam wenigstens etwas Luft, am 3. nicht mehr mal diese ... Ich habe mir so viel Abführmittel eingeflößt, dass ich wohl damit bei "Wetten dass..." als Kandidat (Wer muss trotz Abführmittel nicht ...) jede Wette gewonnen hätte.
Irgendwann ging es dann wieder. Gestern hatte ich Termin beim Psychiater, davor war ich im Krankenhaus und habe mir den "Befund" meiner angeblichen Hefepilze mitgeben lassen.  Die Druckerschwärze hätten sie sich sparen können. Da steht: "mäßig Candida glabrata" Ich kann mir vorstellen, dass man mit mäßig nicht wirklich etwas anfangen kann, Vielleicht waren die auch nur kurzzeitig wegen der vielen Antibiotikagaben da.